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Das Eine-Million-Sterne-Hotel: Biwakieren für Einsteiger

Aufmacherbild: Zwei menschen, die in Schlafsäcken unter dem Sternenhimmel liegen

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Das Eine-Million-Sterne-Hotel: Biwakieren für Einsteiger

Text: Mara Biebow - trekking-lite-store.com | Bilder: Sea to Summit

Ohne Zelt draußen zu schlafen mag für einige erst einmal verrückt klingen. Doch das Erlebnis, ohne „Barriere“ unter freiem Himmel zu nächtigen, ist einmalig und kann regelrecht süchtig machen. Nicht umsonst können sich manche Wanderer kaum noch vor stellen, je wieder im Zelt zu übernachten. Wir können dir also nur ans Herz legen, es mal auszuprobieren. Damit deine erste Nacht im Biwaksack auch garantiert eine positive Erfahrung wird, haben wir in diesem Blogartikel zusammengefasst, was du vorher über das Biwakieren wissen solltest.

Inhalt

  • Was ist Biwakieren?
  • Wo darf man biwakieren?
  • Welche Ausrüstung brauchst du zum Biwakieren?
  • Der richtige Platz für dein erstes Biwak-Abenteuer
  • Fazit


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Was ist Biwakieren eigentlich?

Gehen wir mal ganz klassisch vor und fragen den Duden. Demnach versteht man unter „biwakieren“ das Übernachten im Freien, meist in einem behelfsmäßigen Lager, dem Biwak. In der Outdoorbranche bezeichnet man mit Biwakieren das Übernachten in der freien Natur ohne Zelt oder Tarp. Damit ist es so ziemlich die radikalste Ausrüstungsreduktion, die man betreiben kann. Viel mehr kann man auf einer Tour kaum noch weglassen.

In diesem Zusammenhang wollen wir kurz auf das sogenannte Notbiwak eingehen. Dieses kommt dann zum Einsatz, wenn man es aus Erschöpfung, aufgrund eines Unfalls, blockierter Wege (z. B. durch Lawinengefahr oder Erdrutsche) oder der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr zu seinem Ziel oder einem anderen, sicheren Zufluchtsort schafft. Das Notbiwak schützt vor Kälte und Wind und kann dir so besonders im Winter das Leben retten.

Wichtig ist: Stelle dich rechtzeitig auf ein Notbiwak ein, nicht erst, wenn es bereits dunkel wird, sondern wenn absehbar ist, dass du es nicht mehr zum Ziel schaffst. Im Winter bietet es sich bei ausreichender Schneemenge an, eine Schneehöhle zu graben (Aber Achtung: Das kostet viel Energie.) Wenn kein Schnee liegt, suche eine windgeschützte Stelle, baue eine zum Boden hin isolierende „Plattform“ aus Holz, Tannenreisig, oder Ähnlichem, ziehe alle Kleidungsstücke an und wickel dich fest in eine Rettungsdecke. Oder stecke für solche Fälle gleich einen Not-Biwaksack in den Rucksack, ganz besonders dann, wenn du allein am Berg unterwegs bist.



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Wo darf man biwakieren? (Unterschied Zelten vs. Biwakieren)

Wer unseren Blog regelmäßig verfolgt kennt diesen Teil bereits aus unserem Artikel über das Wildcampen. Dort haben wir uns schon einmal damit auseinandergesetzt, dass das Gesetz zumindest in den meisten mitteleuropäischen Ländern einen Unterschied zwischen Zelten und dem Übernachten unter freiem Himmel macht.

Zelten ist in den meisten deutschen Bundesländern nicht gestattet. Beim Biwakieren stellt man allerdings kein Zelt auf und befindet sich somit in einer rechtlichen Grauzone. Einzelne Bundesländer schließen auch die geplante Übernachtung mit Biwaksack aus, andere erwähnen es nicht einmal. Du siehst, es ist schwierig, eine eindeutige Antwort auf diese Frage zu geben.

Klar ist, das Biwakieren in Schutzgebieten ist verboten. Auch klar ist, ein Biwak in der Not ist immer erlaubt. Bei allem anderen solltest du dich vorher über die geltenden Gesetzesbestimmungen belesen.



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Welche Ausrüstung brauchst du zum Biwakieren?

Auch wenn wir vorher von einer radikalen Reduktion der Ausrüstung gesprochen haben, so ganz ohne geht es dann doch nicht. Gerade im Winter ist die richtige Ausrüstung überlebenswichtig. Essentiell ist bei einer Biwak-Tour dein Schlafsystem. Dramatisch ausgedrückt steht nur das zwischen dir und der Natur, und damit bei kälteren Temperaturen auch zwischen dir und einer Unterkühlung oder sogar Erfrierung.

Der Schlafsack - Deine Lebensversicherung

Bei eine Tour mit geplantem Biwakieren ist ein guter Schlafsack enorm wichtig. Wie wir oben schon angedeutet haben, schützt er dich vor Auskühlung. Dabei ist es übrigens egal, ob Sommer oder Winter ist. Auch im Sommer können die Temperaturen in der Nacht besonders in den Bergen empfindlich tief sinken. Ein grober Richtwert für einen biwak-tauglichen Sommerschlafsack ist eine Komforttemperatur bis etwa 0 °C. Im Winter sollte die Komforttemperatur bei mindestens -12 °C eher bei -15 °C liegen, je nach dem in welchen Regionen du unterwegs sein willst.

Für die Entscheidung zwischen Kunstfaser- und Daunenfüllung schaut gern noch einmal in diesen Blogartikel rein. Dort haben wir alle Vor- und Nachteile der beiden Materialien aufgelistet. Kurzgesagt ist man im Winter mit einem Kunstfaserschlafsack auf der sicheren Seite. Denn selbst wenn dieser feucht oder sogar nass wird, isoliert er noch ausreichend. Ein Daunenschlafsack tut dies nicht, da die Daunen zusammenklumpen. Der Isolationswert ist dann wenig bis gar nicht mehr vorhanden. 

Außerdem wichtig für ein gutes und biwak-tauglisches Schlafsack-Modell:

  • die richtige Größe wählen: zu klein und du stößt gegen das Ende der Fußbox, zu groß und dein Körper muss zu viel (unnötige) Luft erhitzen
  • Kapuze und Wärmekragen: verhindern das Ausströmen der angewärmten Luft
  • gefütterte Reißverschluss-Abdeck-Leiste: verhindert das Eindringen kalter Luft über die Reißverschluss
  • bestimmte Kammer-Konstruktionen (v. a. Bei Daunenfüllung relevant) verhindern Kältebrücken an Nähten

Die Isomatte - Mehr als nur Komfort

Neben dem Schlafsack ist eine gute Isomatte der wichtigste Gegenstand deiner Biwakausrüstung. Sie isoliert dich von der Bodenkälte und sorgt ganz nebenbei für einen erholsamen Schlaf (Warum das wichtig ist? Du kennst doch bestimmt auch diesen Zustand der „Erschöpfungskälte“, oder? Nicht umsonst wird uns kalt, wenn wir müde werden.)

Wie du die passende Isomatte findest, haben wir hier schon einmal beschrieben. Zwar ist besonders in den kälteren Jahreszeiten ein hoher R-Wert, also eine hohe Isolationsleistung entscheidend, doch ob du nun eine selbstaufblasende Isomatte, eine gefüllte Luftmatratze oder eine Schaumstoffmatte wählst, ist letzendlich dir überlassen und entscheidet sich nach deinem individuellen Komfort-Bedürfnis.

Übrigens lässt sich eine (selbst)aufblasbare Isomatte sehr gut mit einenr dünnen Schaumstoffmatte kombinieren. Nicht nur addieren sich dann die R-Werte, auch wird die mit Luft gefüllte Matte vor Punktierungen durch spitze Steinchen am Boden geschützt.

Inlet und Biwaksack - Damit warm und trocken bleiben

Um das Schlafsystem für deine Biwak-Übernachtung abzurunden fehlen noch zwei, zugegebenermaßen optionale, Ausrüstungsgegenstände: ein Inlet und ein Biwaksack.

Ein Inlet kann das Komfortlimit deines Schlafsacks noch einmal um ein paar Grad pushen und nimmt im Fall der Fälle Schmutz oder Schweiß auf, bevor dieser an den Schlafsack kommt.

Wichtiger als ein Inlet ist aber vor allem bei Daunenschlafsäcken ein Biwaksack. Dieser schützt den Schlafsack vor Feuchtigkeit, sei es nun Kondenswasser, Tau, Regen oder Schnee. Zwar sind inzwischen viele Daunenschlafsäcke mit einem wasserabweisenden Außenmaterial versehen, doch verlassen sollte man sich darauf nicht.

Beim Biwaksack solltest du darauf achten, dass dieser nicht nur wasserdicht ist, sondern auch aus atmungsaktivem Material besteht. Sonst entsteht darin durch das Kondenswasser möglicherweise mehr Feuchtigkeit als von außen kommen würde. Manche Biwaksäcke ähneln Mikrozelten, andere lassen sich tarpähnlich aufspannen und wieder andere sind tatsächlich nur ein Sack, den man über den Schlafsack zieht. Wenn du vorhast, häufiger nur mit Biwakausrüstung loszuziehen, lohnt sich die Anschaffung eines guten Biwaksacks auf jeden Fall. Hochwertige Biwaksäcke bieten neben dem Feuchtigkeits schutz noch einiges an Komfort: Moskitonetz über dem Gesicht, weite Einstiege und reißfestes Material.

 

Der Schlafsack

Gewicht: ab etwa 400 g (Daune, Sommer) bzw. 1000 g (Kufa, Winter)

Kapuze, Wärmekragen, Abdeckleiste beim Reißverschluss, Innentasche, leichtgängige, robuste Reißverschlüsse

Die Isomatte

Gewicht: ab etwa 300 g (je nach R-Wert)

aufblasbar, selbst-aufblasbar oder Schaumstoff? Entscheidend ist das persönliche Komfort-Empfinden und der benötigte R-Wert

Biwaksack und Inlet

Gewicht: ab etwa 150 - 200 g

Biwaksack sollte wasserdicht und atmungsaktiv sein; Das Inlet nimmt Schweiß und Schmutz auf.

 

Mit dem Schlafsystem haben wir einen großen Teil der Outdoor-Ausrüstung zum Biwakieren abgehakt. Den Rest des Equipments kennst du auch von Overnightern mit Zelt. Letztendlich unterscheiden sich Zelten und Biwakieren ja nur darin, das bei letzterem das Zelt weggelassen wird.

Die weiteren Essentials in deinem Rucksack sind:

  • Eine Stirn- oder Taschenlampe ist auch bei allen anderen Touren, egal ob in den Bergen oder im Flachland, eine gute Idee. Beim Übernachten draußen ist sie aber essentiell, nicht nur für den nächtlichen Toilettengang.
  • Mütze oder Schlauchtuch verhindern, dass du in der Nacht zu viel Wärme über den Kopf verlierst (beim Erwachsenen sind das mehr als 20 %). Also wenn du das nächste Mal frierst (ob nun im Biwaksack oder im Alltag): Mütze aufsetzen.
  • Ein Rucksack-Liner schützt deine Ausrüstung und insbesondere deinen Schlafsack zuverlässig vor eindringender Nässe. Die meist mitgelieferten Regencover helfen maximal bei leichtem Nieselregen und auch dann kann die Feuchtigkeit über den Rücken eindringen.
  • Kocher, ausreichend Brennstoff und Essen gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Wer hungrig ist, friert schneller. Im Winter verbrennen wir zudem eine ganze Menge Energie mehr als im Sommer. Auch das sollte man beachten.
  • Rettungsdecken, Erste-Hilfe-Set und/oder Not-Biwaksack solltest du ebenfalls immer mit dabei haben. Zumal Rettungsdecken beim Trekking multifunktional einsetzbar sind: als Kälte- und Hitzschutz, als Mattenunterlage und Signal.
  • Beim Trinkwasser solltest du mit mindestens zwei Litern pro Person rechnen, wenn keine Wasserquelle in der Nähe ist. Mit einem Wasserfilter kannst du auch natürliche Wasserquellen risikoarm nutzen.
  • Zusätzliche Kleidung dient als Ersatz, wenn die getragene Kleidung vom Wandertag durchgeschwitzt ist, als Füllmaterial für ein „Kopfkissen“ aus einem Packsack und als zusätzlicher Isolationslayer für den Abend im Camp. Für letzteres eignet sich eine Jacke aus Fleece oder eine dünne Daunen- oder Kunstfaserjacke.
  • Das Handy gehört inzwischen auch zur essentiellen Wanderausstattung, vereint es doch Kamera, GPS und Notrufgerät in einem. In kalten Nächten solltet ihr dran denken, Handy und andere akkubetriebene Geräte mit in den Schlafsack zu nehmen. Sonst hat sich das mit Foto oder Notruf erledigt.


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Der richtige Platz zum Biwakieren

Für dein erstes Biwak solltest du keine Gegend wählen, die völlig ab vom Schuss ist und erst nach stundenlangem Wandern erreicht werden kann, sondern eine, wo du im Notfall schnell eine sichere Unterkunft oder Schutzhütte erreichen kannst. Auch die Wetterprognose sollte günstig sein: eine laue Nacht (bis etwa 10 °C), kein Niederschlag. Und wenn wir nun schon bei optimalen Bedingungen sind, schauen wir uns gleich mal den perfekten Biwakplatz für dein Nachtlager an.

Dieser sollte möglichst eben und windgeschützt sein. Zweige und Steine werden zur Seite geräumt, damit sie im Schlaf nicht stören oder Ausrüstung kaput machen.

Mulden und Senken können bei plötzlichen Regengüssen volllaufen. Auch in der Nähe von Gewässern kann es ungemütlich werden. Die Feuchtigkeit im Umkreis von Bächen und Seen kühlt die Luft und den Boden schneller ab, als es im Wald der Fall ist. Auch kann jeder noch so kleine Bach stark anschwellen, wenn es am Oberlauf ordentlich regnet. Und es gibt an Gewässern immer mehr Stechmücken und Co. als überall sonst,

Grate, Hügel und Bergrücken sind dagegen anfällig für Blitzschläge und bieten kaum bis gar keinen Windschutz. Felsüberhänge und Bäume tun dies zwar, allerdings kann es hier zu Steinschlägen kommen. Auch die Gefahr herunterkrachender Äste (gerade im Winter, wenn die Schneelast groß ist) solltest du nicht unterschätzen. Im Winter bzw. wenn Schnee liegt, kannst du dir daraus auch selbst einen Windschutz auftürmen.

Schau dir vor dem Aufbauen deines Biwaklagers mögliche Fluchtwege an und halte diese für den Fall frei, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Bei einem geplanten Biwak solltest du außerdem den schnellsten Weg ins Tal bzw. zur nächsten Hütte kennen. So weißt du im Zweifel, wo du lang musst, und musst dich nicht erst umständlich orientieren.

Apropos, Hütte!
Bevor es zum Biwakieren geht, sage unbedingt jemandem Bescheid. Das können Freunde und Familie sein, ein Hüttenwirt oder die örtliche Touristeninformation. Nicht, dass du mit deinem Abenteuer eine Suchaktion auslöst, weil dein Auto mehrere Nächte auf dem Parkplatz stehen geblieben ist.


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Fazit

Biwakieren ist ein Abenteuer. Jedes Mal auf's Neue. Probiere es aus und du wirst begeistert sein, erst recht, wenn du unsere Tipps befolgst. Als Einsteiger solltest du allerdings auf besseres Wetter und lauere Nächte warten... Falls du nach Tipps zum Biwakieren bei Kälte suchst, dann verlinken wir dir hier den entsprechenden Artikel, sobald er veröffentlicht ist. Bis dahin folge uns auf Instagram, Facebook oder Pinterest. Dann verpasst du ihn garantiert nicht. Solltest du Fragen zur Ausrüstung haben, dann schreib uns gerne über das Kontaktformular oder die sozialen Medien. Wir helfen dir weiter.

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