Die Geschichte des Trekking Ultraleicht

Geschichte des Trekking Ultraleicht

Die Geschichte des Ultraleicht-Trekkings

 

Inhalt:

1. Entstehung & Pioniere
2. Der Ray Way
3. Entwicklungen
4. Die 4 Big Ones damals und heute
5. Schlusswort
6. Linktipp

 

Trekking ultraleicht, also Trekkingtouren, bei denen es darauf ankommt, bloß die leichteste Ausrüstung bei sich zu tragen, ist kein neues Phänomen - die Philosophie ist mehr als hundert Jahre alt. Doch es war in den siebziger bzw. den frühen neunziger Jahren, als sich die Dinge wirklich maßgeblich änderten.

Rucksacktouristen, Wanderer und Kletterer begannen, mehr auf Effizienz zu achten, um Grenzen zu überschreiten und längere Strecken zurückzulegen.

Zu diesem Zweck stellten sie sich eine einfache Frage: Wo können wir Gewicht reduzieren?

1. Entstehung & Pioniere

 

Ultraleichtes Trekking wurde insbesondere vom Kletterer Ray Jardine populär gemacht. Wegweisend war dabei Jardines Buch "PCT Hiker's Handbook" aus dem Jahr 1992, das 1999 unter dem Titel "Beyond Backpacking" erneut veröffentlicht wurde. Jardine legte das Fundament für viele Techniken, die Kletterer und Wanderer heute anwenden. Doch die Entwicklung begann bereits viel früher.

 

Ende des 19. Jahrhunderts durchquerte George W. Sears das Gebiet der Appalachen. Er legte auf gewisse Weise den Grundstein für die Idee des ultraleichten Trekkings in seinem Buch "Woodcraft" aus dem Jahre 1884, welches übrigens bis heute gedruckt wird. Bei seiner Wanderung durch die Appalachen war er ausgestattet bloß mit einer gewachsten Plane, einem Gehstock, einem Paddel und einer Pfanne.

 

Eine weitere Pionierin war Grandma Gatewood, die im Jahr 1955 den Appalachian Trail durchwanderte. Die meisten Nächte, in denen kein anderer Unterschlupf verfügbar war, schlief sie unter Picknicktischen oder auf Haufen von Laub.

Ihr Gepäck bestand aus einer Plastikplane, einer Armeedecke, einem Schirm und wenigen einfachen Hilfsmitteln sowie einem selbstgenähten Sack, um ihre Kleidung und ihr Essen zu tragen.

Damit war Gatewoods zu tragende Last viel leichter als die Ausrüstung des Durchschnittswanderers jener Tage.

 

In den siebziger Jahren revolutionierte der gelernte Computerprogrammierer und passionierte Bergsteiger Ray Jardine das Trekking maßgeblich. Er erfand den besten Freund (FRIEND) des Kletterers, ein federbelastetes Nockengerät, mit dem ein Seil beim Bergsteigen verankert werden konnte. Es galt damals als "das berühmteste Stück Kletterausrüstung aller Zeiten".

 

In den 1980er Jahren begann Jardine mit Fernwanderungen. Nach mehreren Zehntausend zurückgelegten Kilometern machte er sich daran, das moderne Trekking mit revolutionären Ideen auf den Kopf zu stellen.

 

2. Der Ray Way

 

Der sogenannte "Ray Way" ging so:

 

1. Benutze eine Plane, kein Zelt.

 

2. Benutze eine Schlafdecke (Quilt genannt) mit Daunenfüllung, keinen Schlafsack.

 

3. Nutze Laufschuhe, keine schweren Wanderstiefel.

 

4. Transportiere alles in einem selbstgenähten Rucksack, der maximal ein Pfund wiegt.

 

Da Teile der von Jardine empfohlenen Ausrüstung damals nicht gekauft werden konnten, mussten "Ray-Way-Anhänger" selbst nähen.

Sie nähten, zuerst vereinzelt, dann zu Dutzenden und irgendwann zu Tausenden. MYOG (Make Your Own Gear), sich also seine Ausrüstung selbst zu nähen oder anders herzustellen, ist noch heute der Grundpfeiler des "Ray Way".

Doch viele Ideen wurden kommerzialisiert und als Inspiration für moderne Trekkingausrüstung genutzt.

 

3. Entwicklungen

 

Die Prinzipien von Jardine wurden sogar von namhaften Ausrüstungsherstellern aufgenommen, wie zum Beispiel GoLite.

 

Das GoLite Cave 1, die kommerzielle Version von Jardines Plane, ist zum Beispiel in jeder Hinsicht ein praktischer und sehr leichter Bestandteil einer effizienten Trekkingausrüstung.

 

Auf Jardines Ansätzen basierend, wurde auch der Breeze, ein Rucksack der Marke GoLite, entwickelt. Der Breeze kommt ohne Brust- oder Hüftgurt, ohne Zurr- oder Kompressionssystem oder andere Extras, die heutzutage üblich sind. Seine Struktur erhält der Rucksack also erst durch strukturgebendes Gepäck wie etwa eine Isomatte. Und das revolutionäre: dieser Rucksack wog damals nur 400 Gramm!

 

Hauptattribut des Breeze ist der große Hauptpacksack. An diesem befinden sich insgesamt drei Netztaschen, zwei kleine an den Seiten und eine große an der Vorderseite. Vor allem die kleinen seitlichen Netztaschen eignen sich bestens für die Unterbringung von Trinkflaschen, Erste-Hilfe-Utensilien oder kleinen Mengen Proviant. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten bieten verschiedene Stoffteile und Schlaufen, die dem Rucksack einerseits Stabilität verleihen und andererseits zum Transport von Zeltstangen oder Trekking Poles verwendet werden können.

 

Eine weitere Besonderheit des GoLite Breeze liegt nicht etwa in seiner Beschaffenheit, sondern in der Philosophie Jardines. Der Rucksack verfügt wie die meisten anderen Rucksäcke über zwei Schultergurte. Später hieß die überarbeitete Version Golite Jam, der auch hierzulande bestens bekannt ist in der Szene.

 

Laut Jardine sollen Wanderer ihn jedoch nur über eine Schulter tragen und dabei regelmäßig die Seite wechseln. Durch sein niedriges Gewicht und die spezielle Tragweise soll laut Jardine die Effizienz beim Trekking maximiert werden und vor allem der Rücken trocken bleiben.

 

Später kamen noch weitere Wanderer und gingen in Rays Spuren. Da sie keine geeignete Ausrüstung fanden, bauten sie sich diese selbst und verkauften sie auch mal an Freunde. Ein Geschäftszweig entstand. Solche Marken waren und sind Gossamer Gear, Six Moon Designs, Mountain Laurel Designs und viele andere noch heute tätige oder neu entstandene Firmen, kleine wie große oder ganz kleine, sogenanntge Cottages.

 

4. Die 4 Big Ones damals und heute

 

Der einfachste Weg, beim Trekking Gewicht zu reduzieren, besteht darin, die essenziellen, aber schweren Utensilien zu ersetzen, die 4 Big Ones: Rucksack, Zelt, Schlafsack und Isomatte sprich die Unterlage. Durch die Philosophie des Ultraleicht-Trekkings haben sich diese Gegenstände im Laufe der Jahrzehnte maßgeblich verändert.

 

Bis ins 21. Jahrhundert bestanden Rucksäcke aus externen Rahmen waren schwer und oftmals mit einem Ausrüstungs-Gewicht von mehr als 40 kg getragen worden. Heutzutage sind Rucksäcke mit einem Gewicht von deutlich unter 500 g erhältlich. Versierte Ultraleicht-Geher tragen in so einem Leichtrucksack mit Ausrüstung von 3-5 Kg umher.

 

Vor der Zeit des Trekking Ultraleicht waren Wanderer auf schwere Baumwoll-Zelte angewiesen, die samt allen Materialien mehrere Kilo wogen. Wenn Sie so leicht wie möglich trekken wollen, ist eine Plane heute oft die beste Wahl. Auch wenn der Aufbau und die Befestigung von Planen mehr Zeit und Geschick erfordert, lassen sie sich häufig mit Gegenständen befestigen, die Wanderer ohnehin dabei haben, z. B. mit Trekkingstöckern. Außerdem wiegen sie in der Regel weniger als 300-400 g.

 

Darüber hinaus erkannten Wanderer, dass sie bis zu 3 kg Gewicht einsparen konnten, wenn sie ihren Schlafsack durch einen Daunen-Quilt ersetzten.

 

Bei der Schlafunterlage sparten die Pioniere von damals Gewicht, indem sie ganz einfach den unteren Teil abschnitten und beispielsweise Kleidung als Unterlage für die Beine verwendeten.

 

5. Schlusswort

 

Mit dem Fortschritt, der ständig neue Annehmlichkeiten schafft, schwindet die Verbindung zur Natur. Das fand auch schon Ray Jardine heraus und bevorzugte das Schlafen unter einem selbst gebauten, ultraleichten Tarp und unter einer Schlafdecke. Alles war für ihn Natur, die es zu erleben galt.

 

Für eine gewisse Zeit genießen wir die Vorzüge des unbeschwerten Reisens. Wer mit leichterer Ausrüstung wandern geht, kann in der selben Zeit mehr laufen, mehr sehen, mehr Eindrücke sammeln. Das Schleppen ließ den Wanderer sich auf das körperliche focussieren.

 

Mit leichter Trekkingausrüstung fällt das intensive Erleben der Wälder und Berge wieder leicht. Man schlendert wieder, kann Teil sein und echte Abenteuer erleben.

 

Pioniere wie Ray Jardine und Unternehmen wie GoLite zeigen, dass weniger Gepäck der ultimative Komfort beim Trekking ist.

 

6. Link-Tipp:

 

Und wo kann ich noch mehr zu ultraleichter Trekking Ausrüstung lesen? Wir haben einen richtig gut gemachten Blog gefunden, die wir gene weiter empfehlen.

 

 

 

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